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Das Osterfest
 
Reihe: Tradition hinterfragt                          


Ostern und die Kirche

Mitte Frühling jedes Jahres kann man die Vorfreude auf das Osterfest spüren.
Kinder malen gerne Ostereier bunt an und die Eltern verstecken diese nach Brauch im ganzen Haus und im Garten, damit die Kinder sie am Ostermorgen suchen können.
Hasen als kuscheliges Stofftier oder Schokohasen sind besonders in den Wochen vor diesem religiösen Fest ein Verkaufsschlager.
 

Doch was hat es mit Ostern wirklich auf sich?

Viele wissenschaftliche Werke zeigen, dass «Ostern» an sich ein vorchristliches religiöses Fest war. Das heißt, es entstand schon vor der Zeit Jesu. Die Tradition dieses Festes wurde durch die Weltreiche Babylon, Persien, Griechenland und Rom bis in die Neuzeit weitergegeben. Manche Enzyklopädien und Lexika führen den Begriff Ostern auf Eostre zurück, die angelsächsische Göttin des Frühlings, auf Eostur, das norwegische Wort für Frühjahr oder auf Ischtar, die einstige Frühlingsgöttin der Länder des Nahen Ostens, die in der Bibel auch als Astarte bekannt ist. Gebräuche und Symbole, die heute mit der Feier von Ostern verbunden werden, können direkt auf die vorchristlichen Ursprünge von Ostern zurückgeführt werden.
Historiker haben festgestellt, dass das Christentum bestimmte Begriffe der religiösen Riten des Orients übernommen hat.



„Das Ei wurde zum beliebten Ostersymbol. Schöpfungsmythen vieler antiker Völker drehen sich um ein kosmogonisches Ei [siehe Weltenei], aus dem das Universum entstand. In dem antiken Ägypten und Persien tauschten Freunde zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, zu Beginn ihres neuen Jahres, bemalte Eier aus. Diese Eier waren für sie ein Fruchtbarkeitssymbol, denn das Hervorgehen eines Lebewesens vom Ei war für Menschen der Antike etwas Überraschendes. Im Nahen Osten übernahmen Christen diesen Brauch, und das Osterei ist zu einem religiösen Symbol geworden. Es stellte das Grab dar, aus dem Jesus zu neuem Leben erweckt wurde.“
[Catholic Customs & Traditions: A Popular Guide von Greg Dues Seite 98-99]

Wie die Eier werden auch Hasen mit Ostern in Verbindung gebracht, denn sie waren Symbole antiker Fruchtbarkeitsriten.



„[…] Kleinen Kindern wird erzählt, dass die Ostereier vom Osterhasen gebracht werden. Hasen sind ein Teil der vorchristlichen Fruchtbarkeitssymbole, weil sie sich so schnell fortpflanzen können. […] Der Osterhase selbst hatte nie eine religiöse Bedeutung.“
[ Catholic Customs & Traditions: A Popular Guide von Greg Dues Seite 99]

Fast drei Jahrhunderte, nachdem Jesus gekreuzigt wurde und wieder auferstand, wurde das Osterfest auf dem Konzil von Nicäa, das von Kaiser Konstantin einberufen wurde, offiziell eingeführt.

„ […] Das Konzil entschied einstimmig, dass Ostern am Sonntag gehalten werden sollte, und zwar am selben Sonntag überall auf der Welt, und dass niemand fortan der Blindheit der Juden folgen sollte.“
[Enzyklopädie Britannica 11. Auflage, Seite 828-829, Stichwort „Easter“]

Man hat die Ausübungen/Riten christlich angepasst und diese wurde von der Mehrheit angenommen. Die universelle Thematik der verschiedenen Riten für Tammus, Adonis und viele andere Gott-Mythologien ist der Vorlauf des „christlichen Ostern“.

Man nimmt an, dass die Kirche bewusst das neue Fest seinem heidnischen Vorgänger zu dem Zweck anpasste, Seelen für Christen zu gewinnen.

 
Das Wort Ostern

 
Während in den Sprachen anderer Nationen der Begriff für den Tod und die Auferstehung Jesu deutlich dem hebräischen Pessach und griechischen Passah ähnelt, ist es im Englischen und im Deutschen nicht der Fall. So hat sich heute im Deutschen der Begriff „Ostern“ und im Englischen „Easter“ für die heidnische Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit etabliert.

 
Wann ist eigentlich Ostern?

 
Jedes Jahr fällt dieser Tag auf ein anderes Datum, allerdings immer auf einen Sonntag und immer im Frühling.
 
Aus den frühen Quellen geht hervor, dass Christen in verschiedenen Regionen ihr Osterfest zu unterschiedlichen Terminen feierten. Das Konzil von Nicäa stellte im Jahr 325 für die Berechnung des Osterdatums die Regel auf, dass es am ersten Sonntag nach dem Vollmond, der auf die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche folgt, gefeiert wird.
 
Tagundnachtgleiche bezeichnet die 24 Stunden, an denen Tag und Nacht gleich lang (jeweils 12 Stunden) sind. Dies ist zweimal im Jahr, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst der Fall.
 
Das im Alten Testament genannte Fest Pessach wurde vorgeschrieben, am 14. Tag des ersten Frühlingsmonates zu feiern.

 
Und jetzt?

 
Menschen, welche sich nicht der Religion zugehörig fühlen, machen doch gerne bei dem Osterspektakel mit. Wie anfangs erwähnt, verstecken die Erwachsenen bemalte Eier und Kinder suchen diese. Warum gerade Eier und Hasen an Ostern eine Rolle spielen, fragen sich einer Umfrage zufolge nur wenige ernsthaft.

 
Wenn man sich schon privat nicht damit beschäftigt, so hört man doch in der Kirche etwas über Ostern, genauer genommen über die Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Kirchen, welche der Bibel treu sind, feiern das Fest von Ostern weniger, weil es gerade Osterzeit ist, sondern mehr aus Gründen der Anregung zum Nachdenken – sprich, was es eigentlich für jeden bedeutet, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben und auferstanden ist. So hört man besonders an diesen Tagen die biblische Geschichte über Jesu Kreuzigung und Auferstehung. Auch wird oft zum Gebet aufgerufen, wenn man das Verlangen hat, sein Leben neu auszurichten.
 
Nach Umfragen sei es gerade heute besonders, an Ostern zur Kirche zu gehen (sowie an Weihnachten), auch wenn man sie nicht regelmäßig besucht, denn wo findet man einen besseren Ort für Gemeinschaft in Ruhe ohne Störungen und Ablenkungen von sozialen Medien oder anderen äußeren Faktoren, als in der Kirche mit der Familie?

 
Einige Christen behaupten, dass der Teufel geschickt an besonderen Zeiten (wie Ostern und Weihnachten) die überaus viel wichtigere Botschaft von Jesus Christus mit anderen Riten verschleiert und wir nicht an das besondere Ereignis von Jesus nachdenken.

 
Wiederum nehmen sich besonders konservative und „gesetzgebundene“ Christen Anstoß am Begriff Ostern, denn die Bibel berichtet nichts davon beziehungsweise fordert den Christen zur Feier des Auferstehungstags nicht auf.
 
Wenn ein Begriff damals eine mit magischen Riten verbundene Bedeutung hatte, heißt es noch lange nicht, dass dieser Begriff für alle Zeiten und alle Menschen eine entsprechende magische Bedeutung trägt.
 
Wenn wir also heute den Begriff Ostern nutzen und dabei das Nachdenken über die Passion Christi und Feier der Auferstehung meinen und diese auch allgemein anerkannt und angenommen wird, gibt es keinen Grund zur Besorgnis. Es heißt nämlich auch nicht, dass man mit Herzen dabei ist, die Fruchtbarkeitsgöttin Astarte zu verehren, wenn man Osterglocken ins Haus bringt.

 
Wie war es eigentlich ursprünglich zu der Zeit Jesu?

 
Auch wenn für uns Ostern ein feierliches Ereignis ist, war es doch für die Betroffenen zur damaligen Zeit zunächst voll unerklärlicher und erschreckender Erlebnisse.
 
Obwohl Jesus unterwegs nach Jerusalem mehrmals ankündigte, dass er angeklagt und hingerichtet werden und dann noch vom Tod auferstehen würde (Das Matthäus-Evangelium, Kapitel 20, die Verse 17-19), haben seine Anhänger diese Bemerkungen mehr oder weniger verdrängt oder nahmen sie nicht ernst. Doch als es zur vorhergesagten Zeit kam - Jesus verklagt und hingerichtet wurde, waren seine Anhänger am Boden zerstört, erschöpft und hoffnungslos.
 
Aus Furcht vor der Obrigkeit zogen sich die Jünger mutlos zurück. Die Frauen, die am „Ostermorgen“ zuerst von der Auferstehung hörten, lösten mit der Botschaft Verwirrung aus. Und als die anderen hörten, dass Engel zu ihnen gesprochen haben, glaubten sie nicht daran. Zwei der Jünger liefen zum Felsengrab und fanden es leer auf. Während die Jesus-Anhänger am Abend immer noch skeptisch waren, erschien ihnen der auferstandene Jesus, welcher behauptete, kein Geist zu sein.
 
(Das Lukas-Evangelium, Kapitel 24, die Verse 36-43)

 
So endete der „Ostertag“ mit großer Freude – und gerade diese Freude zieht sich durch die Geschichte des Christentums mit dem Jubelausruf:
Jesus ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden!

 
Welche Folge hätte es, wenn Jesus nicht auferstanden wäre? - Heute gäbe es keine Christen. Denn gerade darin liegt die Hoffnung. Wäre er nicht auferstanden, hätte er den Tod nicht besiegen können und somit den folglich in Christus gestorbenen Menschen nicht zum neuen Leben auferwecken können.
 
(Der erste Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 15, die Verse 12-17)

 
Was denkst du über Ostern? Hast du schon darüber nachgesinnt und hat es dich zu einem richtigen Lebensstil führen können? Ist es nicht gerade das, was Christen auszeichnet, dass ihr Leben praktisch einen neuen Sinn bekommen hat und sie nun ein frohes Leben mit gesunder Moral führen können?


 
                                                                     
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