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Wahrheit in der Transzendenz




 
Viele scheinen die Wahrheit in der Religion gefunden zu haben. Doch unterscheidet sich die Definition bzw. die Vorstellung von Religion zu Religion. Es folgt eine kleine Auflistung über die Auffassung der Wahrheit in den Religionen.

 
 
Das Christentum:
 
Die Christen berufen sich auf die Bibel als Gottes Wort. In der „Heiligen Schrift“ liest man über Jesus aus Nazareth, geboren in Bethlehem. Jesus, Sohn der Maria, gezeugt vom Heiligen Geist wurde vom Vater herabgesandt um das Leben der Menschen zu erretten. An den Aussagen Jesu erkennen wir den Autoritätsanspruch, den sonst niemand zu dieser Zeit in dieser Art und Weise mit Vollmacht ausübte. Darunter auch eins der bekanntesten Verse der Heiligen Schrift:
 
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als durch mich.“
 
(Johannes 14,6)
 
 
Der Bibel zufolge ist Jesus Christus die Wahrheit. Wer an ihn glaubt, wird vom Tode errettet werden und das ewige Leben erhalten.
 
Die Juden glauben, dass der Messias noch nicht gekommen sei. Noch heute warten sie auf die erste Ankunft des Retters. Das Judentum richtet sich stark nach dem Leben der „abrahamitischen Väter“ und warten voller Erachtens durch prophetische Niederschriften auf ihren Messias. Im Gegensatz zu den Christen. Für diese ist er bereits einmal gekommen um für die Schuld eines jeden einzelnen sich opfern zu lassen. Nun warten die Christen auf sein zweites Wiederkommen um sie zu holen. (Jesus Christus)

Zu vermerken sei, dass die Bibel über die Wahrheit nicht diskutiert, wie in der Philosophie. Die Pilatusfrage: "Was ist Wahrheit?" wird in ihrerer Unwarhhaftigkeit sofort als tatsächliche Flucht entlarvt, die ja in der Gestalt Jesus leibhaftig vor dem Statthalter steht. Nicht wie in der Wissenschaft, handelt die Bibel die logischen Wahrheiten im Sinne der Widerspruchslosigkeit eines Begriffes nur rein erkenntnismäßig ab, sondern die Wahrheit wird erfahren, offenbart, erlebt, getan.

 
 
Der Islam:
 
Die Muslime berufen sich auf den Quran, Gottes Buch. Darin ist Gottes Wort festgehalten. Es ist in Wahrheit und Gerechtigkeit vollendet und nicht veränderbar (Sure 6:115; 18:27).
 
Um die Wahrheit des Islam zu erkennen, genügt es, dass man wahrnimmt, dass 1. Allah existiert und 2. dass Muhammad von Allah gesandt wurde. 3
 
Laut Koran werden alle Muslime nach ihrem Tod erst einmal in die Hölle kommen: „Und es gibt keinen von euch, der nicht zu ihr hinunterkommen würde.“ (Sure 19,71-72; s.a. 32,13; 7,179). Einige Muslime jedoch glauben, dass sie direkt ins Paradies kommen, wenn sie von ihren bösen Taten umkehren. An ihrer Stelle werden Juden oder Christen in die Hölle verdammt (Hadith Muslim 6665-6668). Ob und nach welcher Zeit unbußfertige Muslime nach einer Art Fegefeuer-Hölle ins Paradies aufgenommen werden (Hadith Al-Buchari 9:542), hängt von ihren guten und bösen Taten ab. Die guten Taten werden in eine Waage gelegt: „Diejenigen, deren Waagschalen schwer sind, das sind die Erfolgreichen. Diejenigen, deren Waagschalen leicht sind, haben sich selbst verloren und werden in der Hölle enden, in der sie ewig bleiben werden.“ (Sure 23,102-103; s.a. 21,47). Zu den guten Werken zählen, dass Muslime an Allah und seinen Propheten glauben, die 5 Pfeiler einhalten (Bekenntnis, rituelles Gebet, Armenabgabe, Fasten, Pilgerfahrt) und Mohammed über alles ehren (Al-Buchari 1:13). Demnach kommt ins Paradies, wer genug gute Werke sammelt: „Wahrlich, diejenigen aber, die glauben und gute Werke tun, sind die besten der Geschöpfe. Ihr Lohn bei ihrem Herrn sind die Gärten von Eden“ (Sure 98,7-8; s.a. 14,23; 5,9; 42,26). Ja, gute Taten können sogar schlechte tilgen: „Die guten Taten heben die bösen auf“ (11,114; s.a. 25,70). 4

 
 
 
 
Der Buddhismus:
 
Die Wahrheiten des Buddha werden in der buddhistischen Tradition häufig auf seine erwachte, bzw. erleuchtete Einsichtsfähigkeit zurückgeführt. Also: der Buddha hat dies gelehrt, weil er erleuchtet war; in seiner Erleuchtung erkannte er dies und jenes als wahr. Eine solche Begründung führt jedoch in die Abhängigkeit, in Unmündigkeit und Fundamentalismus. Sie fördert nicht das, worauf Buddhas Lehre und Praxis zielt, nämlich auf Befreiung.
 
Buddhas erkenntnistheoretische Position enthält alle diese drei Einsichten: seine Lehren sind durchgehend von Rationalität, von Logik und Bemühung um sprachliche Genauigkeit geprägt. Seine Lehren beruhen auf Empirie, auf eigener Beobachtung, Erfahrung und Überprüfung. Seine Schüler forderte er - wie wir sahen - dazu auf, dem eigenverantwortlich zu folgen. Und er hat sich und seine Lehren über einen Zeitraum von 45 Jahren einem breiten gesellschaftlichen Dialog gestellt, hat sich - geprägt von der ihm eigenen ethischen Haltung des Nicht-Verletzens - mit allen wichtigen indischen philosophischen und religiösen Schulen seiner Zeit auseinandergesetzt. Durch Überzeugung und Dialog hat sich der Buddhadharma seither über weite Bereiche Asiens ausgebreitet und erreicht nun auch den Westen.
 
Buddha geht über die drei westlichen erkenntnistheoretischen Grundansätze (Rationaler Ansatz, sinnliche Erfahrung, dialogische Einigung) hinaus, seine Antwort lautet: wahr ist, was (für uns alle) heilsam ist. Und heilsam ist, was Leiden (Unheil) überwindet. Das bedeutet: eine Erkenntnis oder Aussage, die zwar logisch ist, die auch auf Beobachtung beruht und nützlich ist, die jedoch Leiden erzeugt, lässt wirklich tiefe Einsicht in die Wirklichkeit vermissen, ist darum nicht wahr. (Z.B. Meinungen wie: "Man ist nur mit Ellenbogen erfolgreich" oder "Nur Krieg beendet den Terror" oder "der Klimaschutz ist zu teuer" oder "Embryonenforschung ist notwendig für den Fortschritt"). Für den Buddha sind alle Fragen, bei denen es um Wahrheit geht, letztlich ethische Fragen. Auch wissenschaftliche Aussagen, die immer auch ethische Konsequenzen haben. Wertfreie Objektivität gibt es für ihn nicht 5

 
 
 
Der Hinduismus:
 
 
Wahrheit (rta) umschreibt im Hinduismus keine fest umrissenen Lehr- und Glaubensaussagen, denn »Wahrheit« als ein unverrückbares Faktum gibt es nicht. Sie ist nicht als bestehende Heilsgewissheit vorgegeben, sondern eröffnet und erweitert sich dem Strebenden auf seinem Wege zum Ziel. So ist »Wahrheit« immer als Heilssuche zu verstehen.
Die Hindus betrachten ihre Lehren als den sanâtana-dharma, die »ewige« oder »wahre« Religion. Sie erheben für diese also sehr wohl einen Absolutheitsanspruch, fassen diesen aber nicht exklusiv in der Weise, dass abweichende oder andere Erkenntnisse neben den eigenen Einsichten als unwahr angesehen werden.
Der Hinduismus selbst ist ein Konglomerat verschiedenartigster Glaubensformen, die – so unterschiedlich sie auch sein mögen – dennoch Bestandteil eines ewigen Weltgesetzes (dharma) sind. Diese ausgesprochen liberale Position ermöglicht das produktive und friedvolle Nebeneinander, die gegenseitige Achtung und Anerkennung verschiedener Ansichten, so dass der westliche Betrachter leicht geneigt ist, im Hinduismus eine einheitliche Lehre zu sehen. Die umfassende Toleranz des indischen Geistes ist für Juden, Christen und Muslime nur schwer nachvollziehbar, da sie in einer Tradition der religiösen Konfrontation oder zumindest Abgrenzung stehen, wo bestenfalls die formale Duldung fremden Glaubens praktiziert wird, der Superioritätsanspruch der eigenen Lehre aber niemals aufgegeben wird.
In der Praxis hat diese tolerante Haltung dazu geführt, dass die Hindus (und auch Buddhisten) fähig waren, andere Religionen und Fremdeinflüsse zu assimilieren, ohne damit die eigene Identität preiszugeben. Das bedeutet, dass frühere oder abweichende Sichtweisen nicht notwendigerweise neuen Erkenntnissen weichen mussten, sie vielmehr in diese integriert wurden, was als durchweg positive Bereicherung gesehen wurde. Deshalb auch die Vielzahl der Götter, die Verschiedenheit von Riten und Gebräuchen, die unterschiedlichen Heilswege und Konzeptionen des Absoluten. Nie wäre es einem Hindu in den Sinn gekommen, diese Vielfalt in eine einheitliche Form zu pressen, geschweige denn einer unfehlbaren Organisation unterstellen zu wollen.
Der Hinduismus betreibt aufgrund seiner Beschränkung auf die eigene Volksgruppe keine Mission (er ist keine Universal-, sondern eine ethnische Religion). Die Vielgestaltigkeit seiner religiösen Aussagen lässt ihn ohnehin nicht auf Expansion angelegt sein. Die alles gewährende Toleranz und die Überzeugung, dass religiöse Wahrheit nicht an demonstriert werden kann, verbietet es dem Hindu zudem, einen Bekehrungseifer an den Tag zu legen. 6
 
 
 

 
Warum Jesus?
 
Im Johannes-Evangelium (Joh. 18,38) ist die Frage „Was ist Wahrheit“ die Reaktion des Pontius Pilatus auf die Bemerkung Jesu, in die Welt gekommen zu sein, um „Zeugnis für die Wahrheit“ abzulegen. Diese Stelle in der Bibel ist für die Frage nach der Wahrheit vielfach künstlerisch und literarisch rezipiert und interpretiert worden.
 
Selbst in meinem Studium für Religionsphilosophie bekomme ich immer wieder zu hören, dass wenn wir von Propheten, Heiler, Wunderbringer etc. reden, dann ist ausnahmslos nur von einem der in keinster Weise seine Ehre sucht die Rede. Es ist Jesus, der nicht alles für sich gemacht hat, sondern alles für die Menschen dahingegeben hat. Das was er hatte, hat er denen gegeben die es brauchten, ja er hat letztlich sein ganzes Leben hingeben, damit die Menschen leben können. Die goldene Regel und Aussagen wie: „Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde.“ deuten auf absolute Menschlichkeit hin.
 
„Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr Ihnen...“ (Mt. 7,12)
 

Was kann man Schlechtes über Ihn sagen?

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Absatz aus http://www.enfal.de/grund31.htm aufgerufen am 26.08.2016
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Absatz aus https://www.orientdienst.de/muslime/minikurs/gewissheit-ins-paradies-zu-kommen/ aufgerufen am 27.08.2016
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Absatz aus: http://www.buddhanetz.org/dharma/wahrheit.htm,  aufgerufen am 23.08.2016
6
Absatz aus: http://relilex.de/wahrheit-hinduismus/     aufgerufen am 23.08.2016
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